Er ging langsam durch den schmalen Flur. Vor ihm nichts als Dunkelheit. Seine Taschenlampe urde immer schwächer ähnlich wie seine Zuversicht hier lebend heraus zu kommen. Seit Stunden war er in diesem Labyrinth aus Gängen und Türen gefangen. Er hatte keine Ahnung wo er war und was noch viel schlimmer war, er wusste nicht warum er hier war. Er vergewisserte sich das seine Dienstwaffe entsichert war. Obwohl er keinen blassen Schimmer hatte was ihn noch erwarten würde hatte er die Waffe gezogen. Erfühlte sich wie die Schlange im Kaninchenbau dummerweise begann er zu denken das er doch eher das Kaninchen sei. Er war nun seit 20 Jahren bei der Kriminalpolizei aber so etwas hatte er bisher noch nie erlebt. Er hörte seinen Ausbilder bei der Vereidigung noch immer sagen: “Claus W. Kropka, sie werden ein hervorragender Polizist, ihr Gespür für Verbrechen ist unbeschreiblich.” Mittlerweile war er 43 und isch gar nicht mehr so sicher was dieses Gespür anging ansonsten wäre er wohl kaum hier alleine hinein gegangen.
Plötzlich hörte er Schritte, schnelle Schritte, jemand rannte ihm entgegen, sein Puls begann zu explodieren, Adrenalin erfüllte seine Blutbahn die Hand an der Waffe verkrampfte sich und zielte ins Dunkel vor ihm. Immer näher kamen die Schritte, Kropka blieb stehen und ging in die Hocke. Plötzlich ertönte ein Kreischen in seinem Ohr, ein Ohrenbetäubender Lärm, die Dunkelheit vor Ihm wurde etwas heller. Das Kreischen in seinen Ohren wurde immer penetranter. Er hielt sich die Ohren zu. “Woher zum Teufel, kommt dieser Lärm...”
Als er die Augen aufschlug und erwachte, erkannte er das der Lärm sein Wecker war. Mit einem gezielten Schlag schaltete er ihn ab. “Oh Mann schon wieder dieser beknackte Traum.” Es war 06.30 Uhr am Dienstag den 03.12.2004 er lag nur mit einer Boxershort bekleidet in seinem Bett, kein Tunnel, keine Schritte, keine Waffe. Kopfschüttelnd erhob er sich und ging ins Bad. Sein Kopf brummte wie jeden morgen. Die Dusche linderte das brummen ein wenig. Nachdem er die tägliche Morgenhygiene hinter sich gebracht hatte machte er sich Frühstück. Doch da klingelte auch schon das Telefon. “Hier ist Kropka, überlege dir einen verdammt guten Grund warum du so früh anrufst.” “Kropka, ich bin es Neumann, wir haben einen neuen Fall für sie und ihren Partner, seien sie in einer Stunde auf dem Revier” “Danke mir geht es auch gut.” raunzte Kropka doch sein Chef hatte schon aufgelegt. Hastig aß er seinen Toast und rief dann seinen Kollegen Jeff Montgomery an. Dessen Vater war GI, seine Mutter deutsche, manchmal wenn ihn jemand nervte sagte er er komme aus Deutsch-Süd-Westafrika und dürfe deshalb Polizist sein. “Montgomery.” “Morgen Monti, der Chef hat angerufen wir sollen in einer Stunde auf dem Revier sein, es gibt Arbeit, ich bin in ner halben Stunde da.” “Kropka nenne mich nicht immer Monti, ich hasse das !!! Sonst erzähle ich allen auf dem Revier was das W. in deinem Namen bedeutet... Also bis gleich!” Auf dem Revier angekommen gingen sie direkt ins Büro von Frank Neumann ihrem Chef, ein Arschloch aber der Chef. “Männer, wir haben drei Tote Jugendliche in Wetzlar, erstochen. Alter zwischen 20 und 25. Sie wohnten alle in dem Wohnheim des Hessenkollegs und wurden heute Nacht erstochen und fürchterlich zugerichtet. Ich erwarte erste Ergebnisse heute abend. Legen sie los.” “Sehr ausführlich Chef, danke” sagte Kropka und verließ mit Jeff das Büro. Es war nur etwa eine halbe Stunde bis Wetzlar und sie nutzten die Zeit um zu plaudern. “Sag mal Kropka kannst du dich noch an den Fall hier in Wetzlar von vor 4 Jahren erinnern?” “Den mit der Nutte und dem Priester?” “Nein nicht den, obwohl die Fotos echt erstklassig waren, ich meine den mit diesem Typen und dem Schäferhund. “ “Igitt ja diese Seuche, wir dachten zuerst seine Ex hätte ihm die Eier abgerissen bis wir eins davon im Hundekörbchen fanden. Oh Mann so ein Pech aber auch.” “Hui wir sind schon da, Mensch Kropka sieht ja ein wenig trostlos aus, naja muss wohl so sein ist ja ne Schule.” Sie parkten ihren Wagen und gingen durch den Haupteingang nach innen. Stille niemand auf dem Gang. Sie kamen an die Tür an der “Sekretariat” stand. Kropka öffnete die Tür und ging hinein. “Junger Mann hatten sie keine Kinderstube? Normalerweise klopft man an bevor man ein Zimmer betritt.” “Wenn es hier nicht vor toten Menschen wimmeln würde, wäre ich gar nicht hier.” entgegnete Kropka. “Ist der Chef da?” “Nein ist er nicht...” “Wieso nicht, er hat drei Leichen in seiner Schule, wo ist er hin?” “Junger Mann würden sie mich ausreden lassen, hätte ich Ihnen gesagt das wir keinen Chef sondern eine Chefin haben, welche sie schon erwartet.” Kropka sackte unmerklich in sich zusammen und schaute Jeff mit erhobener Augenbraue an. “Das habe ich gesehen!” sagte die Sekretärin. “Guten Morgen, ich bin die Schulleiterin des Kollegs, kommen sie doch bitte mit in mein Büro!” Kropka hatte die Frau nicht kommen hören die nun plötzlich neben ihm stand. “Haben sie was zu verbergen oder warum schleichen sie so? Das erschreckt einem ja zu Tode” Er und Jeff kamen der Aufforderung nach und gingen ins Büro der Schulleiterin. “Also ich werde Ihnen mal erzählen was wir heute morgen vorfanden. Unser Hausmeister fand die drei Leichen heute morgen gegen 8.17 Uhr als er ihre Zimmertüren mit dem Generalschlüssel öffnete um...” “Moment Frau aehm äh Duder-Schlingenhief, wieso öffnet der Hausmeister die Türen der Schüler???”
“Nun das wollte ich gerade erläutern, unsere Schüler haben ohne Ausnahme ein hohes Maß an Verantwortungsbewusstsein, niemals käme es einem unserer Schüler in den Sinn dem Unterricht fernzubleiben.” Kropka schaute Jeff an und dieser konnte sich ein Lachen kaum verkneifen. “Ok gute Frau dann erzählen sie mal weiter.” “Also der Hausmeister fand in diesen drei Zimmern die Leichen der Schüler.” “Namen?” warf Jeff ein. “Gut da haben wir Christine Müller, 21 Jahre, Patrick Schlohans 24 und Gudrun Bleiwachtel 22, sie alle waren recht beliebt und gute Schüler. Schauen sie sich ruhig überall um, wir haben nichts zu verbergen und hoffen das sie den Mörder schnell fassen.” “Danke, Jeff ich würde sagen wir schauen uns mal den Tatort an, warten dort auf die Spurensicherung, danach befragen wir den Hausmeister, die Lehrer und Mitschüler...” “Ihre Kollegen sind bereits seit einer halben stunde hier.” “Wow, richtig fix die Jungs gut Jeff komm schon gehen wir.” Kropka und Jeff verliessen das Büro zusammen mit der Schulleiterin die Ihnen den Weg zum Wohnheim erläuterte. “Hey Jungs, was geht ab?” begrüßte Jeff die Männer von der Spurensicherung die noch immer bei der Arbeit waren. “Hallo Kropka, Jeff, tja ich hoffe von der hier nichts mehr, von der anderen ging der Arm ab als wir sie raus tragen wollten, naja schauen wir mal. Ist auf jeden Fall ne Riesenschweinerei hier, da war jemand gründlich, Todeszeit so zwischen Mitternacht und 3 Uhr morgens, wird noch genauer wenn wir sie aufgemacht haben, naja wenn man da noch was aufmachen kann. Also soviel kann ich schon mal sagen, war ein krankes Arschloch, so viele offene Wunden habe ich selten gesehen, der hat alles zerschnitten was irgendwie ging. Das komische an den Opfern ist es wurde alles zerschnitten bis auf das Gesicht, ach ja und die Tatwaffe war zu Beginn scharf hinterher beim dritten Opfer nicht mehr, das wirklich verwunderliche ist wir haben in den Wunden des letzten Opfers transparente Plastikstückchen gefunden. Eben gerade haben wir dann noch das hier gefunden, ein Geodreieck offensichtlich ist das die Tatwaffe.” “Ein Geodreieck? Oh man sieht nach einer spontanen Tat aus, wenn man sowas plant hat man doch ne richtige Waffe dabei, naja wir werden den kranken Typen schon finden, danke Jungs für die Arbeit, das Zimmer hier sieht nicht so aus als ob ein Kampf stattgefunden hätte. Nun ja, ruft an wen ihr mehr wisst wir schauen noch kurz in die anderen Zimmer und fangen dann mal an die Leute zu interviewen” sagte Kropka und verließ das Zimmer. Nachdem sie sich die anderen Tatorte angesehen hatten ohne Neuigkeiten zu entdecken beschlossen sie den Hausmeister aufzusuchen. Dessen Befragung brachte nichts neues ein. Der gute Mann war immer noch geschockt von dem was er gesehen hatte und wirkte wie ein Mann der drei zerstückelte Leichen fand. Kropka und Jeff beschlossen ihn erstmal in Ruhe zu lassen und erstmal die Lehrer zu befragen. Nacheinander holten sie jeden ins Lehrerzimmer zu Befragung. Zuerst war der Französisch Lehrer dran. Er sah aus wie Rotwein und Baguette und sprach auch so. Seine Befragung brachte ausser ein paar derben Lachern auf Seiten der Kripobeamten nichts neues, genau wie die Befragung des Sportlehrers und der Englischlehrerin. “Du sag mal, die wirkte irgendwie als wäre sie neben der Spur.” sagte Jeff. “Naja unterrichte du mal 20 Jahre lang irgendwelche Trottel...” erwiderte Kropka. Es klopfte und ein trat die Mathe Lehrerin. Kropka atmete tief aus und nickte leicht mit dem Kopf. “Hallo Frau Fritsch, setzen sie sich, keine Angst wir beißen nicht, also erzählen sie doch mal ein bischen über die Schüler.” “Hallo, ja gerne also sie waren nicht wirklich gut in Mathe, ich kann das immer nicht verstehen, Mathe ist doch alles was wäre die Menschheit ohne Mathe?” “Hm ich weiß nicht, Glücklich???” erwiderte Kropka. Er erntete einen bösen Blick. “Wie auch immer, ich habe auf die drei eingeredet hat aber nichts gebraqcht, sie wollten nicht lernen. Ich fühle mich dann immer persönlich beleidigt. Tut mir leid das sie tot sind...” schloss Frau Fritsch. “Gut vielleicht noch ein paar Fragen zu ihrer Person, sie sind 36 Jahre alt? Sind sie verheiratet?” “Nein bin ich nicht was hat das mit dem Fall zu tun?” “Nichts, wollte es nur gerne wissen, hier gebe ich ihnen meine Visitenkarte wenn ihnen noch was einfällt rufen sie mich an, oder wenn ihnen langweilig ist.” sagte Kropka mit einem breiten Grinsen im Gesicht. Das schien Wirkung zu haben. “Ich denke mal drüber nach.” sagte Frau Fritsch und verließ das Zimmer nicht ohne sich noch einmal nach Kropka umzusehen. “Hossa heißer Feger, da bekommt man doch direkt sündige Gedanken.” “Sag mal Klaus, alles schön und gut aber vielleicht sollten wir erstmal an den Fall denken, uns fehlt noch ein Lehrer, der EDV Lehrer, der ist bisher nicht aufgetaucht, gehen wir ihn suchen?” Sie verliessen das Lehrerzimmer und begannen den Lehrer zu suchen. Auf ihrem weg befragten sie gleich ein paar der Schüler, erreichten jedoch nichts. Der Fall hüllte sich in mysteriöse Dunkelheit, keine Feinde, kein Motiv. Schliesslich fanden sie den Lehrer im EDV Raum unter einem Tisch liegend. “Tag Herr Machinek, Kripo können wir sie kurz befragen, sie sollte eigentlich ins Lehrerzimmer kommen, aber egal nun sind wir ja hier.” “Sie sind also die Herren Kropka und Montgomery von denen die ganze Schule spricht, also ich mache es kurz, ich weiß wer die Schüler umgebracht hat. Ich erzähle Ihnen die Geschichte. Es gab schon zweimal Morde in dieser Schule. 1968 brachte ein Französischlehrer zwei Schüler um als diese ihm mitteilten Französisch sei eine schwule Sprache, 1979 dann erstach ein Deutschlehrer eine Schülerin mit einem Geodreieck, weil sie während seiner Ausführungen zu Goethes Faust einschlief, die Schüler fackelten nicht lange und stießen ihn aus dem Fenster. Er fiel drei Stockwerke tief und starb auf dem Schulhof, ich fand ihn und in seinen letzten Worten teilte er mir mit das er wieder kommen würde, das war heute vor genau 25 Jahren” Kropka schaute Jeff an und nickte, der verliess den Raum. “Ok Mann ganz ruhig sie versuchen mir hier gerade zu sagen das ein toter zurück gekommen ist um drei Schüler zu töten??? Ich meine glauben sie das wirklich? Das kann doch nicht sein, so was dummes habe....” “Kropka es stimmt, er sagt die Wahrheit habe das gerade gecheckt. Es gibt aber noch was, der Sohn des Lehrers ist auch Lehrer, hier am Kolleg, Klaus Fischer, der Deutschlehrer.” Sie schauten sich an und begannen los zu laufen. Sie fanden Klaus Fischer in seiner Klasse und nahmen ihn mit. 1 stunde lang versuchten sie herauszufinden ob er mehr wusste als er bereit war preis zu geben. Ein kompletter Fehlschlag war die Folge. Resigniert standen sie vor dem Schulgebäude als eine Schülerin an sie trat. “Hallo, sie sind die Polizisten? Also ich weiß ja nicht ob es wichtig ist aber die ermordeten waren doch alle schlecht in Mathe oder? Also das ist eine Seltenheit hier, die meisten sind alle wahnsinnig gut, sozusagen in allen belangen überdurchschnittlich gut, es gibt aber noch jemand der nicht gut in Mathe ist.” “So und wer ist das?” fragte Jeff. “Ich, ich war gestern Nacht nicht hier ich war bei meinem Freund...” “Kropka schaute Jeff an dann wieder das Mädchen “ich denke das könnte evtl. ne gute Entscheidung gewesen sein. Mir kommt da eine Idee. Also nehmen wir mal an der Mörder tötet alle die schlecht in Mathe sind, warum auch immer, dann könnte doch.... Oh verdammte Scheiße, Mathe, persönlich beleidigt, kacke und ich dachte bei der könnte ich vielleicht landen, Mist komm Jeff...” Sie stürmten durch die Klassen bis sie die von Frau Fritsch fanden. “Ok Frau Fritsch bitte kommen sie mit wir müssen sie erneut befragen.” “Warum ich habe Unterricht sie können mich doch nicht davon abhalten meinen Schülern die Schönheiten der Mathematik beizubringen.” Kropka schluckte “Das ist ja widerlich, Schönheiten der Mathematik? Das ist krank, ich denke sie kommen besser mit ansonsten müssen wir sie festnehmen.” “Ich werde nicht mitkommen, ich muss unterrichten um das dunkel in der Welt ein wenig zu erhellen mit meinem wissen über die Mathematik welche ich weitergebe an meine Schüler, schlimm genug das dieser Abfall es nicht lernen wollte aber dieses Problem wurde ja glücklicherweise gelöst, so was kann ich nicht dulden...” ereiferte sie sich, griff in ihre Tasche holte ein Geodreieck heraus und stürzte auf Kropka zu. Der drehte sich zur Seite und fasste der Frau an den Arm und drehte diesen nach hinten, so zwang er sie auf die Knie. “Sie sind verhaftet...” rief er. “Eh das ich mich verhaften lasse für eine Tat die mehr als notwendig war, wähle ich meinen eigenen Weg.” hauchte sie und stach sich das Geodreieck in den Hals. Sie röchelte noch kurz und brach dann zusammen, Kropka versuchte seine Finger auf die Wunde zu drücken um so die Blutung zu stillen doch es war vergebens. Kropka und Montgomery konnten den Fall schneller zu den Akten legen als Ihnen lieb war. Nachdem der Notarzt den tot fest gestellt hatte machten sich Kropka und Montgomery auf den Heimweg. “Mann Kropka war das abgefahren so was krankes, weißt du was mich wirklich interessiert?” “Was denn?” “Was sie mit dir gemacht hätte wenn du sie abgeschleppt hättest und sie raus bekommen hätte das du nicht mal Bruchrechnung kannst und den Satz von Vieta für was okkultes hältst???” Sie mussten beide lachen und waren froh der Dunkelheit dieser armen Seele entkommen zu sein. Am abend lag Kropka völlig erschöpft in seinem Bett und als er begann einzudösen stieg er wieder hinab in den Tunnel...
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen