Dienstag, 18. November 2008

Endlich in Sicherheit

Sie erwachte von dem Geräusch zerberstenden Glases. Sie lauschte in die Dunkelheit. Plötzlich wurde die Tür aufgerissen und jemand schaltete das Licht ein. Zwei Männer standen vor ihr. Sie trugen Masken. Einer sprang aufs Bett und hielt ihr den Mund zu. Sie konnte seinen Atem in ihrem Gesicht spüren. Der andere war nun auch bei ihr und riß die Bettdecke weg. Er berührte sie. Sie versuchte sich zu wehren. Er schlug sie. Sie vergingen sich an ihr, stundenlang.Am Ende, mehr tot als lebendig, ließen sie von ihr ab und verschwanden. Beim hinausgehen sagt der eine: „Bis zum nächsten mal, es war schön mit dir...“ Sie begannen beide zu lachen. Sie schreckte auf. Immer derselbe Albtraum. Sie kehrten immer wieder zurück. 3 Jahre war das nun her. Die Schmerzen dieser Nacht wurden durch Schmerzen ersetzt die nun ihr Leben waren. Sie schaltete das Licht ein und wischte sich den Schweiß von der Stirn. Sie blickte auf die Holzvertäfelung an der Wand. Da war er. Er war groß, stark und unbesiegbar. Niemand konnte ihn sehen, trotzdem war er da. Sie hatte ihn direkt nach dem Vorfall einbauen lassen. 8Qm Sicherheit. Sie stand auf und ging zur Wand. Sie drückte einen verstekcten Schalter woraufhin ein Teil der Wand zur Seite glitt. Dahinter lag ein offener Raum.
Die Stahltür war offen, denn man konnte sie nur von innen verschliessen. Dieser Raum war absolut sicher. Eine 40 cm dicke Schicht gehärteten Stahls umgab den ganzen Raum. Er verfügte über einen Generator für Licht. Eine Klimaanlage und Vorräte für mehrere Wochen. Sie beschloß ihn nun endlich zu benutzen. Es hatte bisher immer genügt das er da war, doch nun war es an der Zeit diese Sicherheit auch auszukosten. Sie ging hinein und betätigte den Schalter. Die Stahltür schloß sich sowie die Holzvertäfelung. Es war als hätte das Hause sie verschluckt. Sicherheit, endlich. Die Träume kehrten in dieser Nacht nicht zurück. Am nächsten morgen fühlte sie sich ausgeruht. Sie verließ den Raum um Lebensmittel zu bestellen. Das Haus verließ sie selten seit dem Vorfall, der Psychater sagte sie leide an Agoraphobie. Sie lebte von ihrer kleinen Rente, seit der Nacht da ihr Albtraum begann. Sie begann an einem Buch zu schreiben, über das was ihr zugestoßen war, doch sie kam nicht so recht voran. Der Vorfall übertünchte alles in Dunkelheit. Nachdem sie sich versichert hatt, das der Lebensmittelhändler die Waren im
Vorhäuschen abgestellt hatte und verschwunden war, öffnete sie die Schlösser und die Haustür. Schnell holte sie alle herein. Sie kochte, aß und begab sich zurück ins Schlafzimmer. Sie schaute auf ihr Bett und abwechselnd auf die offene Tür in der Wand. Sie verschloß die Tür hinter sich.
Mitten in der Nacht erwachte sie. Sie war sich sicher ein Geräsuch gehört zu haben, dass über die Lautsprecher an ihr Ohr gedrungen war. Panik machte sich breit, bis ihr bewußt wurde wo sie war. Sie war in Sicherheit, niemand konnte sie erreichen. Entspannt legte sie sich wieder hin und schlief auch prompt wieder ein. Als sie am nächsten Morgen erwachte beschloß sie den Tag komplett in dem Raum zu verbringen. Vielleicht war das Geräusch der Nacht noch immer in ihrem Haus. Aus einem Tag wurden Wochen. Ihre Vorräte waren zu Ende. Sie musste hinaus. Doch jedes mal, wenn sie den Schalter berühren wollte der ihr den Weg aus dem Raum geöffnet hätte, brach bei ihr der kalte Schweiß aus. Was wenn Sie noch da waren? Panik brannte in ihr. Sie kauerte sich auf dem Boden zusammen. Sie würden kommen um sie zu holen. Sie entschied sich in dem Raum, in Sicherheit, zu bleiben. Sie konnte nicht riskieren ihn zu verlassen, sich ohne
seinen Schutz durch das Haus zu bewegen. Niemals...

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